Mit dem Protonen-Präzession-Magnetometer wird der Betrag der Totalintensität der magn. Flußdichte B in nT
gemessen (siehe Abb. 5). Dieses Magnetometer muß nur grob orientiert werden. Der Meßablauf ist schnell (i.a. < 5 sek/Meßpunkt) und die Meßgenauigkeit sehr hoch (i.a. < 1 nT).
Mit dem Sättigungskern-Magnetometer (Fluxgate-Magnetometer, siehe Abb. 6) wird eine Feldkomponente (i.a. Z) der magn. Flußdichte B in nT gemessen. Das Gerät muß genau entsprechend der Feldkomponente ausgerichtet
werden; der Meßzyklus verläuft sehr schnell (i.a. < 1 sek/Meßpunkt) und die Genauigkeit ist hoch (i.a. < 20 nT). Die
Meßgenauigkeit und -geschwindigkeit können je nach Anwendungszweck des Geräts sehr unterschiedlich sein.
Weitere seltenere Magnetometer: Cäsium-Magnetometer, Feldwaage, Absorptionszellen-Magnetometer,
SQUID-Magnetometer
Anwendungsart
Gemessen wird entweder der Betrag bzw. eine Komponente der magnetischen Flußdichte oder deren Gradient
(meist Vertikalgradient). Dies geschieht entweder entlang von Profillinien als Profilierung oder flächendeckend mit einem bestimmten Meßraster als
Kartierung. Enge Meßraster für Detailuntersuchungen liegen bei etwa 1 m, wogegen bei Übersichtsuntersuchungen die Meßpunktabstände 5 m und
teilweise mehr betragen können. Daneben wird an festen Basisstationen der zeitliche Verlauf des Magnetfeldes (Außenfeld) registriert, um die
Magnetfeldwerte vom zeitlichen Einfluß befreien zu können. Dies ist bei Gradientenmessungen nicht notwendig.
Die Dichte des Meßrasters richtet sich v.a. nach der "Rauhigkeit" der Anomalienform. Die Anomalienform und -stärke ist u.a. durch den
Meßabstand zur Anomalienursache bedingt. Beispielsweise nehmen die Amplituden einer lokalen Dipolanomalie mit der 3. Potenz der Entfernung
ab. Die Meßwertaufnahme in mehreren Abständen bzw. Meßhöhen läßt sich günstig zur Massen- und Tiefenabschätzung ausnutzen. Die Meßhöhen liegen i.a. zwischen 1,0 und 2,5 m über der Geländeoberkante (GOK).
Darstellung und Beurteilung der Meßwerte
Die Magnetfeldanomalien (Totalfeld, Feldkomponenten, Gradient) werden üblicherweise in Profildiagrammen, Isolinienplänen (Isogammen) oder Farbdiagrammen dargestellt. Zuvor werden notwendige Korrekturen durchgeführt,
z.B. die Anteile des Haupt- und Außenfeldes reduziert. Eine Höhenreduktion ist nur in Spezialfällen notwendig.
Die einfachste Datenauswertung
ist die Ortsangabe aufgrund der Anomalienposition, die Tiefenabschätzung aufgrund ihrer Halbwertsbreite und eine Massenklassifizierung aufgrund ihrer Stärke. Dies geschieht i.a. unter vereinfachenden
Annahmen der Objektformen (z.B. Kugel, Platte) und ohne Berücksichtigung von remanentem Magnetismus.
Die anspruchsvollere Auswertung
beinhaltet die rechnerische Modellierung der Anomalie, wobei die Objektgröße, -form und -tiefe, das Hauptfeld, die remanente Magnetisierung sowie v.a. die Permeabilität