(s. Abb. 7)
Für die Widerstandssondierung werden häufig die Schlumberger- und teilweise die halbe Schlumbergeranordnung (Hummel) verwendet, da sie
eine hohe Schichtauflösung besitzen. Bei ihnen haben die Sonden einen fixen, geringen Abstand. Der Elektrodenabstand wird variiert.
Es können mehrere Auslagerichtungen für einen Sondierungspunkt gewählt werden. Bei einer Drehsondierung wird in mehreren Richtungen
ausgelegt, z.B. 8 Auslagerichtungen im Vollkreis mit jeweils 45° Winkelabstand. Dies dient z.B. der Erkennung von Schichtneigungen.
Parameter einer Sondierung
Die Auslagelänge L oder AB gibt die Gesamtlänge einer Meßanordnung bzw. den Abstand der Elektroden an. Es wird auch oft die halbe Auslagelänge AB/2, L/2 oder OB angegeben.
Mit S oder MN wird der Abstand der Potentialsonden benannt.
Die minimale und maximale Auslagelänge, z.B. L/2min, L/2max, geben den ersten und letzten
Elektrodenpunkt an und sind deshalb eine Information über den Tiefenmeßbereich, Anhaltspunkt: Erkundungstiefe ~ L/8 bis L/5.
Die Anzahl der Meßpunkte pro Sondierung
wird in Punkten/Dekade angegeben. Der Abstand der Meßpunkte (Tiefenabtastintervall) ist im logarithmischen Maßstab gleichabständig, d.h. je größer die Eindringtiefe, desto größer der Meßpunktabstand bei
linearer Skala. Damit wird dem mit der Tiefe abnehmenden Auflösungsvermögen der Sondierung Rechnung getragen. Üblich sind minimal 6 bis maximal 12 Punkte/Dekade. Die
in Abb. 6 dargestellte Messung wurde mit dichtem Tiefenabtastintervall von 12 Punkten/Dekade gemessen.
Genauigkeit
Die üblichen Auswerterechnungen gelten für den ebenen (homogenen und isotropen) Schichtenfall. Diese Voraussetzung ist bei Schichtneigungen <
10 % ausreichend erfüllt. Auch für ebene Schichtung gibt es mehrere Tiefenmodelle, die den Meßdaten entsprechen. Die Inversion ist also nicht
eindeutig. Z.B. werden Pakete vieler dünner Schichten zu wenigen dicken Schichten zusammengefaßt. Bei geringen Widerstandskontrasten können
Schichten übersehen werden. Durch plausible Vorgaben oder Kenntnisse (z.B. aus Bohrungen) können jedoch die Anzahl der möglichen
Tiefenmodelle weitgehend eingeschränkt werden. Die Tiefenangaben sind in der Regel mit +-10% bis +-15% Fehler der Tiefe behaftet. Bei
ungestörter, ebener Geologie sind genauere Angaben zu erwarten. Umgekehrt kann bei starker Schichtneigung oder Inhomogenität die Genauigkeit
vermindert sein. Die Tiefenangaben sind ein Mittelwert für den durch die Messung lateral erfaßten Bereich.
Wesentliche Genauigkeitsverbesserungen sind v.a. durch Mehrfachsondierungen erreichbar. Insbesondere wird durch diese deutlich, ob und inwiefern laterale Inhomogenitäten bzw. Schichtneigungen vorhanden sind.